KammerkonzertEinführung

Reinecke / Mendelssohn / Bruch / Prokofjew

7. Kammerkonzert

Beschreibung

Carl Reinecke
Trio für Klarinette, Viola und Klavier A-Dur op. 264

Felix Mendelssohn Bartholdy
Sonate für Violoncello und Klavier Nr. 2 D-Dur op.58

Max Bruch
Doppelkonzert für Klarinette und Viola e-Moll op.88

Sergej Prokofjew
Ouvertüre über Hebräische Themen für Klarinette, Streichquartett und Klavier op.34


Das siebte Kammerkonzert versammelt in bester „Philharmoniker solistisch!“-Tradition ganz heterogene Musikstücke, die von mehreren Ensembles aus den Reihen des Bielefelder Orchesters musiziert werden. Jenseits der musikalischen Komponenten, die die Werke – etwa anhand ihrer Grundtonart – zueinander in Beziehung setzen, zieht sich ein roter Faden nur schemenhaft durchs Programm: Felix Mendelssohn Bartholdy trug mit seiner zweiten Cellosonate zugleich seiner Erinnerung an das gemeinsame Musizieren mit seinem Bruder Paul in Jugendtagen Rechnung und schrieb sie 1843 einem anderen begnadeten Cellisten „in die Finger“: Graf Mateusz Wielhorski war ein russischer Gönner polnischer Herkunft, der später u. a. mit Clara Schumann und Franz Liszt in Konzerten auftrat. In ebendiesem Jahr 1843 gründet Mendelssohn das Leipziger Konservatorium, die erste Musikhochschule Deutschlands, die noch heute seinen Namen trägt. Schon zuvor hatte er als Gewandhauskapellmeister das gleichnamige Orchester in einen Höhenflug versetzt. 
In beiden Positionen sollte ihm später Carl Reinecke nachfolgen, dessen frühe Kompositionen Mendelssohn noch kennenlernte. Als Pianist, Dirigent, Lehrer und Komponist war Reinecke einer der universalsten Musiker-Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts im deutschen Sprachraum. 1860 wurde er zum Leipziger Gewandhauskapellmeister ernannt und blieb 35 Jahre im Amt. Gleichzeitig wurde er als Professor ans benachbarte Konservatorium berufen und leitete später dieses Institut fünf Jahre lang. 1903 folgte der 79-Jährige einer Einladung der Gewandhaus-Direktion, noch einmal im berühmtesten Leipziger Konzertsaal aufzutreten. In dieser Soiree spielte er sein kurz zuvor vollendetes Trio op. 264 für Klavier, Klarinette und Viola, das vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen wurde. 
Zu Reineckes illustrer Schülerschar zählte neben Edward Grieg, Christian Sinding, Frederick Delius, Arthur Sullivan, Isaac Albéniz und Leoš Janáček auch Max Bruch. Der schrieb seinerseits im hohen Alter sein einzigartiges Doppelkonzert für Klarinette, Viola und Orchester im Jahre 1911. Für den Klarinettenpart hatte er seinen Sohn vorgesehen, der das ganz der romantischen Konzerttradition verpflichtete Werk ein Jahr später auch aus der Taufe hob. Im Rahmen dieses Kammerkonzerts erklingt das Konzert als Trio und damit als reizvolles Pendant zu Reineckes Opus 264. 
Der jüngste unter den vier Komponisten, Sergej Prokofjew, bringt mit seiner Ouvertüre über hebräische Themen noch einmal ganz andere Farben ein: Als einer der „Jungen Wilden“ im vorrevolutionären Russland verunglimpft, traf Prokofjew 1919 in New York sechs Absolventen des St. Petersburger Konservatoriums, die sich zu einem Sextett zusammengeschlossen hatten. Als sie ihn um eine Komposition baten und ihm als Anregung ein Heft mit hebräischen Liedern als Material vorlegten, zögerte Prokofjew zunächst, da er die Verwendung von Folklore normalerweise ablehnte. Unwillkürlich nahm ihn der Zauber der jüdischen Musik gefangen und er schrieb innerhalb weniger Tage seine rund zehnminütige Ouvertüre, die etwas vom Zauber heutiger Klezmer-Musik atmet.

Kurzinfo

Einführung
35 Minuten vor Konzertbeginn

Veranstalter
Bielefelder Philharmoniker (Bühnen und Orchester der Stadt Bielefeld)

Erster Termin war am
Mo. 25.04.2022
Spielort
Rudolf-Oetker-Halle, Kleiner Saal
Lampingstr. 16
33615 Bielefeld
Anfahrt
Kammerkonzert
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