Symphoniekonzert

Simone Rubino

8. Symphoniekonzert

Fr. 13.05.2022 um 20:00 Uhr
Rudolf-Oetker-Halle

Beschreibung

Béla Bartók
Divertimento für Streichorchester

Peter Eötvös
Speaking Drums
Vier Gedichte für Solo-Schlagzeug und Orchester
Texte von Sándor Weöres und Jayadeva

Johannes Brahms
Symphonie Nr. 4 e-Moll op. 98


»Tradition und Moderne« könnte das achte Symphoniekonzert überschrieben werden. Nicht verstanden als Gegensatz der hier präsentierten Stücke, deren Uraufführungen immerhin fast einen Zeitraum von 130 Jahren überspannen, sondern als Bestreben der jeweiligen Komponisten, musikalische Traditionen aufzunehmen und in ihre Gegenwart zu überführen. Wie kaum ein zweiter steht Johannes Brahms für das Prinzip, auf Basis der Vergangenheit das Tor zur Zukunft aufzustoßen. Seine Auseinandersetzung mit der symphonischen Form war stets ein Ringen mit den als übergroß empfundenen Vorgängern, so dass sogar die Komposition seiner vierten und letzten Symphonie noch von quälenden Selbstzweifeln überschattet wurde. Und in der Tat traf das Werk, das trotz romantischer Tonsprache gleichermaßen an Beethoven wie Bach anknüpft und in seiner rhythmischen Modernität auf einen Bartók vorauszuweisen scheint, bei einigen Freunden Brahms’ zunächst auf Skepsis. Das Publikum jedoch liebte die kompromisslose und reife Komposition von der Uraufführung an und machte es – bis heute – zu einem der beliebtesten und meistgespielten Orchesterwerke überhaupt. Deutlich wie selten wandte sich Béla Bartók der musikalischen Tradition zu, als er im Auftrag Paul Sachers ein Divertimento für Streichorchester komponierte. Die Gastfreundschaft seines Mäzens und der Auftrag, dieses etwas in Vergessenheit
geratene Genre wiederzubeleben, ließen Bartók sich im August 1939 gar »wie ein[en] Musiker vergangener Zeiten« fühlen. Auch wenn sich im melancholischen Mittelsatz bereits die Vorahnung des heraufziehenden Zweiten Weltkrieges manifestieren mag, schuf der ungarische Komponist einen munteren und tänzerischen Beitrag zu dieser traditionell unterhaltsamen Gattung. Bartók’sche Rhythmik, indische Trommeltradition und barocke Tanzformen treffen in Peter Eötvös’ Speaking Drums humorvoll aufeinander. Abwechslungsreich, kraftvoll und höchst virtuos wird hier Sprache zu Musik: Wie ein Kind voll Vergnügen das gleiche Wort in verschiedenen Melodien wiederholt, so lehrt der Schlagzeuger seine Instrumente das Sprechen, bis »die Trommeln selbst zu plaudern beginnen.« Als Solist kommt Simone Rubino erstmals nach Bielefeld. Der junge Italiener, der 2014 fulminant den ARD-Musikwettbewerb gewann, gehört zu der neuen Ära von Schlagzeuger*innen, die sich mittlerweile im klassischen Konzertbetrieb etabliert und die großen Bühnen erobert haben.

Termine

Kurzinfo

Veranstalter
Bielefelder Philharmoniker (Bühnen und Orchester der Stadt Bielefeld)

Spielort
Rudolf-Oetker-Halle
Lampingstr. 16
33615 Bielefeld
Anfahrt
Symphoniekonzert
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