Symphoniekonzert

Martin Helmchen

3. Symphoniekonzert

Fr. 10.12.2021 um 20:00 Uhr
Rudolf-Oetker-Halle

Beschreibung

Claude Debussy*
Le Martyre de Saint Sébastien
Symphonische Fragmente

Béla Bartók
Klavierkonzert Nr. 3 E-Dur

Nikolai Rimski-Korsakow
Scheherazade
Symphonische Suite für Orchester op. 35


Musikalische Erzählungen bilden den Rahmen des dritten Symphoniekonzerts: Claude Debussy schildert mit instrumentalen Mitteln das Martyrium des heiligen Sebastian, der aufgrund seines christlichen Glaubens von römischen Bogenschützen hingerichtet wurde. Nichts Geringeres als eine Wiederbelebung des alten Mysterienspiels mit modernen Mitteln anhand dieser Legende hatte der Dichter Gabriele D’Annunzio im Sinn, wofür er Debussy um Musik bat. Die Uraufführung im Mai 1911 vereinte Schauspiel, Tanz, Gesang und Orchester, dauerte gut fünf Stunden und konnte sich – nicht nur wegen scharfer Ablehnung durch die katholische Kirche – nicht auf den Bühnen durchsetzen. Doch in Form ausdrucksstarker, aber rein symphonischer Fragmente eroberte die Bühnenmusik des reifen Debussy stattdessen den Konzertsaal. Auch Nikolai Rimski-Korsakow feiert die Macht der erzählerischen Fantasie in seiner 1888 entstandenen Symphonischen Suite nach Tausendundeiner Nacht. So lange fesselt die titelgebende Scheherazade mit ihrer Erzählkunst den blutrünstigen Sultan, der geschworen hatte, jede seiner Frauen nach der ersten Nacht hinrichten zu lassen – um ihrer vermuteten zukünftigen Untreue zuvorzukommen. Doch wer würde es vermögen, die Frau zu töten, die als Einzige weiß, wie es weitergeht mit Sindbad dem Seefahrer oder dem Prinzen Kalender? Der Orient, das Volkslied und besonders das Meer faszinierten den ausgebildeten Marinekadetten Rimski-Korsakow von jeher und so fiel es ihm nicht schwer, Scheherazades Geschichten in den reichsten Klangfarben auszumalen; dabei der Fantasie der Zuhörer*innen aber genügend eigenen Freiraum zu lassen. Nichtsdestoweniger dürften der besänftigenden Verführungskraft, mit der die Solovioline den Sultan um den Finger wickelt, wohl alle erliegen – während unmerklich die Zeit verfliegt. Von einer Todesahnung, wie sie Scheherazades Erzählkunst antreibt, ist in Béla Bartóks letztem Klavierkonzert nichts zu spüren. Im Gegenteil, geradezu leicht und melodiös klingt es im Vergleich zu den rau-perkussiven Vorgängerkonzerten. Hatte Bartók diese beiden für sich selbst als Pianist konzipiert, wollte er mit dem Dritten seiner Gattin, ebenfalls einer hervorragenden Pianistin, eine Überraschung zu ihrem Geburtstag bereiten – den er allerdings nicht mehr erlebte.
Um den Zyklus der Klavierkonzerte Bartóks zu vollenden, kehrt der Pianist Martin Helmchen zu den Bielefelder Philharmonikern zurück.

*Falls die Pandemie-Situation zum Zeitpunkt des Konzertes die Aufführung nicht
zulassen sollte, passen die Bielefelder Philharmoniker ihr Programm an und spielen
Dmitri Schostakowitschs Hamlet-Suite aus der Schauspielmusik op. 32a für Sie.

Termine

Förderer, Partner & Sponsoren

Diese Produktion wurde unterstützt von

Theater- und Konzertfreunde

Kurzinfo

Veranstalter
Bielefelder Philharmoniker (Bühnen und Orchester der Stadt Bielefeld)

Spielort
Rudolf-Oetker-Halle
Lampingstr. 16
33615 Bielefeld
Anfahrt
Symphoniekonzert
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