Einführung Gesang & Tanz

Marc-André Dalbavie

Charlotte Salomon

Fr. 31.03.2017 um 20:00 Uhr
Stadttheater

Beschreibung

Oper in zwei Akten mit einem Vorspiel und einem Nachwort // Libretto von Barbara Honigmann nach Leben? Oder Theater? von Charlotte Salomon // In deutscher und französischer Sprache mit deutschen Übertexten

Zuerst verweigerte man ihr die Wahrheit, dann den verdienten Preis an der Kunstakademie und schließlich gar das Leben – und das ihres ungeborenen Kindes. Charlotte Salomon war eine aufstrebende junge Malerin, als sie  vor den Nazis aus ihrer Heimatstadt Berlin fliehen musste. Im nur scheinbar idyllischen Südfrankreich pflegte sie ihre Großeltern, litt um ihre verlorene Liebe und drohte zu verzweifeln, bis ein befreundeter Arzt ihr die Kunst als Medizin empfahl: »Du musst malen!« Und das tat sie. Heraus kam ein wahrhaft »kunstvolles« Drehbuch, zusammengefügt aus über  Gouachen, Regieanweisungen, Personenbeschreibungen und gedachter Filmmusik. Der Inhalt? Ihr bisheriges Leben. Mit allen Höhen und Tiefen, die ein junges Mädchen im Berlin der Goldenen Zwanziger durchlebt, bis hin zur ersten großen fatalen Liebe. Der Titel: Leben? Oder Theater? Ein Singespiel, dessen »3-D-Fassung« sich der französische Komponist Marc-André Dalbavie angelegen sein ließ und ein bewegendes Musiktheater mit enormer Fallhöhe daraus formte.

Literatur über Charlotte Salomon erhalten Sie derzeit u. a. im Museumsshop der Kunsthalle Bielefeld. In der dortigen Bibliothek ist auch ein Ausstellungskatalog einzusehen, der einen Großteil der Bilder enthält, die sie in ihrem der Oper zugrunde liegenden Werk Leben? oder Theater? zusammengefasst hat.
Dieser Katalog ist im Buchhandel leider vergriffen, einzelne Exemplare lassen sich aber über die Kunstsammlungen Chemnitz/Museum Gunzenhauser beziehen.

TIPP: Auf dem Blog erhalten Sie einen Einblick in die Entstehung des Kostümbilds für die Inszenierung.

 

 

Termine

Pressestimmen

(...) eine herausragende Regiearbeit. (...) Es ist ihre (Anm.: Charlotte Salomons) Vision eines Totaltheaters, die hier von Mizgin Bilmen und dem Regieteam weitergedacht wird. (...) besser wird man Dalbavies Charlotte Salomon wohl kaum zu sehen bekommen.

www.nachtkritik.de, 15.01.17

Das Publikum feierte am Ende alle: Dalbavie für seine farben- und zitatreiche Musik, die quecksilbrig jeder Schublade entwischt; das kreativ entfesselte Team um Regisseurin Mizgin Bilmen für eine fein gearbeitete Inszenierung, bei der man sich schwindelig schauen kann; die mit einer stilisierten und detaillierten Bewegungschoreografie stark geforderten Akteure auf der Bühne; und ganz besonders die Bielefelder Philharmoniker unter der Leitung von Alexander Kalajdzic.

Neue Westfälische, 16.01.17

(Die deutschsprachige Erstaufführung von Charlotte Salomon) führt den Zuschauer in einen fantastischen Erinnerungsraum, in dem sich Malerei, Klang, Gesang, Video und Schauspiel zu einem berührenden Gesamtkunstwerk verdichten.

Westfalen-Blatt, 16.01.17

(...) der Bielefelder Aufführung (gelingt es), das Material zu verdichten und markant zuzuspitzen. Das gelingt dem Team von Regisseurin Mizgin Bilmen durch einen ungemein zupackenden Zugriff: Alexander Djurkov Hutter verpasst den Figuren Kostüme, die mit den grobem Strich und breiten Pinsel expressionistischer Malerei gestaltet sind, ebenso hart graben sich geschminkte Konturen und Kontraste in die Gesichter. (...)

Womöglich war (Luc) Bondy (Anm.: Regisseur der Salzburger Uraufführung) näher an Dalbavie, aber Mizgin Bilmen – übrigens Opern-Debüttantin! – verleiht Charlotte Salomon in Bielefeld eine ungleich höhere Brisanz und Spannung als in Salzburg. Alexander Kalajdzic dirigiert die komplexe Partitur mit größter Umsicht und hält die Eruptionen klug im Zaum, Jana Schulz spielt Charlotte Salomon im weißen, mit Farbe bekleckerten Maler-Kittelchen mit heller, empfindsam aufgerauter Stimme, in der stets das Fragezeichen einer elementaren Verstörung mitschwingt. Hasti Molavian meistert (...) den enormen Ambitus der Mezzo-Alter-Ego-Partie der Charlotte Kann mit Bravour und angenehm weichem Timbre.

Die Deutsche Bühne, 15.01.17
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Förderer, Partner & Sponsoren

Diese Produktion wurde unterstützt von

NRW Kultursekretariat

Kurzinfo

Spieldauer
ca. 02:40 Std.
Pausenanzahl
1
Altersempfehlung
ab 16

Premiere
Sa. 14.01.2017

Spielort
Stadttheater
Niederwall 27
33602 Bielefeld
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